| |
1 Aufbau der Arbeit
In einem ersten Teil werden die zwei wichtigsten Ansätze der Debatte um Entwicklungstheorie
Developmental State sowie Neoliberalismus anhand des Textes Global Political Economy. Un-
derstanding the International Economic Order von Robert Gilpin vorgestellt. Dabei konzentriert
sich die Arbeit vor allem auf die Besprechung des Phänomens des Asian Miracle. Die Diskussion
um das Asian Miracle wird um die Befunde von Sylvia Chan erweitert, welche den Zusammen-
hang von Demokratie und Entwicklung in Frage stellt. In einem zweiten Teil beschäftigt sich die
Arbeit mit der gegenwärtigen ökonomischen wie politischen Ausgangslage des Irak nach dem
Sturz des Regimes Saddam Husseins. Die im ersten Teil erarbeiteten Konzepte werden versuchs-
weise auf den Fall Irak angewandt wobei sich die Diskussion auf die geplante Schaffung einer
Freihandelszone im Mittleren Osten (MEFTA), sowie deren regionale Auswirkungen ausweitet. Im
dritten und letzten Teil soll die Verbindung von Demokratie und ökonomischer Entwicklung im
Falle Iraks abschliessend beleuchtet werden.
1.1
Neoliberalismus
In seinem Buch Global Political Economy. Understanding the International Economic Order gibt
Robert Gilpin einen historischen Abriss der Entwicklungstheorien der Nachkriegszeit wieder. Er
teilt sie in drei Phasen ein wobei hier nur die letzteren zwei besprochen werden. Das vor allem in
den 70er und 80er Jahren vorherrschende und jüngst wieder aufflammende Paradigma des Neoli-
beralismus (Daher Neo-Liberalismus) erhebt das Gesetz des Marktes auf den Status des Natur-
gesetzes. Kern der Theorie ist die Überzeugung, dass der Markt umso besser funktioniert, je weni-
ger der Staat darin eingreift. Das Erfolgsrezept der neoliberale Entwicklungstheorie ist in vier
Punkten zusammenfassbar:
Öffnung der nationalen Ökonomie gegenüber dem Welthandel Reduzierung der Rolle des Staates Verfolgung Exportorientierter Wachstumsstrategie Marktanpassung nationaler Entwicklungsstrategien
Diese Strategie wird sowohl von der Weltbank als auch vom Internationalen Währungsfonds ver-
folgt. Vor allem in den 90er Jahren bedeutete dies, dass LDCs (Less Developed Countries) sich
zum Erhalt von Krediten durch die oben genannten Institutionen zu makroökonomischen Mass-
3
|  |
|
| |
|
|