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welche bereits in der Vergangenheit auf wirtschaftliche Integration folgte (Beispiel EU). Ein mittle-
rer Osten, in dem die Mitglieder freien Handel betreiben würde, wäre aufgrund solch politischer
Integration auch bezüglich Proliferation von Massenvernichtungswaffen wünschenswert.
2.2
Demokratie im Irak Ziel oder Nebenprodukt?
In einem Foreign Affairs Artikel nennt Kenneth M. Pollack die wahren Kriegsmotive der USA
beim Namen. Es gehe den USA zwar nicht wie vielfach vermutet um die Beschlagnahmung Iraki-
schen Öls, oder nur um Arbeitsbeschaffung eigener Ölfirmen, sondern um die generelle Sicherung
eines steten und freien Ölflusses aus der Region in die ganze Welt. Dies, so Pollack, fusse auf der
simplen Tatsache, dass die globale Wirtschaft der letzten fünfzig Jahre auf der Basis preisgünstigen
Öls in genügender Menge basierte. Würde der Ölfluss aufgrund regionaler Konflikte ins Stocken
geraten, so wäre die globale Wirtschaft dem Kollaps ausgeliefert16. Abgesehen vom Ölreichtum
Iraks und dessen Anziehungskraft, haben die USA jedoch auch geopolitische Gründe für eine In-
vasion. Der mittlere Osten gilt vor allem wegen Iran und dessen nuklearen Bestrebungen als Prob-
lemzone. Durch die Besetzung Iraks und Afghanistans ist Iran zumindest geographisch eingekes-
selt. Die Middle East Initiatives der USA sehen ganz klar einen dreifältigen Entwicklungsprozess
vor: Wirtschaftswachstum, Bildung und Justizreform. Die Chancen, in Irak ein demokratisches
System zu errichten stehen relativ gut. Bereits unter der haschemitischen Monarchie (1921-1958)
verfügte der Irak über ein parlamentarisches System. In seinem Aufsatz How to Build a Democra-
tic Iraq, schreibt Adeed I. Dawisha weiter, dass der Erfolg einer jeden politischen Institution im
Irak davon abhänge, ob dessen einzigartiges soziales und kommunales Geflecht auf die Politik
übertragen werden würde. Er schlägt ein föderales System vor, das die bereits bestehende Eintei-
lung in 18 Distrikte erhalten und es so allen ethnischen Gruppen (Kurden, Araber, Turkmenen,
Shiiten, Sunniten) erlauben würde, sich gegenseitig in Schach zu halten. Des weiteren, so Dawisha,
sollte ein zwei-Kammer-System eingeführt werden, dem sowohl ein Premier wie auch ein Präsi-
dent vorstehen würden17. Demokratie kann nur da entstehen, wo eine unabhängige und selbstän-
dige Mittelklasse lebensfähig ist. Der Ölreichtum des Irak steht dieser Voraussetzung deshalb
entgegen, dass sich Staatseinnahmen hauptsächlich aus Ölverkäufen und nicht Steuerreinnahmen
15
MOORE, Pete W. (2003) The Newest Jordan: Free Trade, Peace and an Ace in the Hole, Middle East Report Online
http://www.merip.org/mero/mero062603.html
16
POLLACK, Kenneth M. (2003) Securing the Golf, Foreign Affairs http://www.foreignaffairs.org/20030701faessay15401/kenneth-m-
pollack/securing-the-gulf.html [Stand 5.7.2003]
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